1.200 Euro im Jahr sparen – oder 8.000 Euro Risiko tragen? Ihr Server entscheidet
230 Euro im Monat für einen Cloud-Server. 45 Euro im Monat für Strom und Wartung eines lokalen Servers. Klingt erstmal nach klarer Sache. Bis der erste Ausfall kommt – dann sind 8.000 Euro Umsatz weg, weil die Praxis drei Tage nicht arbeiten kann. So sieht die Realität bei Berliner Handwerksbetrieben, Kanzleien und Arztpraxen aus. Die Frage ist nicht, ob Cloud oder lokal günstiger ist. Sondern wo Ihr größtes Risiko liegt – und wie viel Sie bereit sind, dafür zu zahlen.
Die drei harten Zahlen, die Sie kennen müssen
Ich betreue seit 2000 Berliner KMU. Die meisten kommen mit der gleichen Annahme: „Cloud ist modern, lokal ist altmodisch.“ Falsch. Es geht um drei Dinge:
- Ausfallkosten: Eine Berliner Steuerkanzlei mit 12 Mitarbeitern verliert 1.500 Euro pro Stunde, wenn die Datenbank nicht läuft. Bei einem lokalen Server-Ausfall sind das schnell 12.000 Euro. Bei der Cloud zahlt der Anbieter – aber nur, wenn Sie den Vertrag richtig lesen.
- Skalierung: Ein lokaler Server kostet 6.000 Euro Anschaffung. Dazu kommen 1.200 Euro im Jahr für Wartung. Ein Cloud-Server kostet 230 Euro im Monat – aber nach drei Jahren haben Sie 8.280 Euro ausgegeben, ohne etwas zu besitzen.
- Datenhoheit: Eine Physiotherapie-Praxis in Neukölln hat mir letztes Jahr gezeigt, wie schnell es schiefgeht: Der Cloud-Anbieter hat die Preise verdoppelt, und die Praxis konnte nicht wechseln, weil die Daten in einem proprietären Format lagen. Kosten für die Migration: 3.500 Euro.
Die Rechnung ist nie einfach. Aber sie lässt sich machen.
Wo die Cloud wirklich Geld spart – und wo sie teurer wird
Cloud-Anbieter werben mit „keine Investitionskosten“. Stimmt. Aber nach fünf Jahren haben Sie oft das Doppelte gezahlt. Hier die ehrliche Aufstellung:
- Lokaler Server (5 Jahre):
- Anschaffung: 6.000 Euro
- Wartung: 6.000 Euro (1.200 Euro/Jahr)
- Strom: 2.700 Euro (45 Euro/Monat)
- Ausfallrisiko: 5.000 Euro (geschätzt, basierend auf Erfahrungswerten)
- Gesamt: 19.700 Euro
- Cloud-Server (5 Jahre):
- Monatliche Kosten: 230 Euro × 60 Monate = 13.800 Euro
- Migration bei Anbieterwechsel: 2.500 Euro (einmalig)
- Ausfallkosten: 0 Euro (wenn der Anbieter haftet – lesen Sie das Kleingedruckte!)
- Gesamt: 16.300 Euro
Auf den ersten Blick sparen Sie 3.400 Euro mit der Cloud. Aber:
- Wenn Ihr lokaler Server keinen Ausfall hat, sparen Sie 5.000 Euro – dann ist der lokale Server günstiger.
- Wenn der Cloud-Anbieter die Preise erhöht (was alle 2-3 Jahre passiert), wird es teurer.
- Wenn Sie mehr Speicher brauchen, kostet das in der Cloud extra – lokal ist der Speicher nach der Anschaffung kostenlos.
Die Cloud ist nicht automatisch günstiger. Sie ist nur vorhersehbarer – wenn Sie die Verträge richtig verstehen.
Wann lokal der bessere Deal ist
Es gibt Fälle, in denen ein lokaler Server die klare Wahl ist:
- Sie haben konstante Anforderungen: Eine Zahnarztpraxis in Charlottenburg braucht seit 10 Jahren die gleiche Software, den gleichen Speicher, die gleiche Performance. Warum 230 Euro im Monat zahlen, wenn 45 Euro reichen?
- Ihre Daten sind sensibel: Eine Kanzlei in Mitte darf keine Mandantendaten in der Cloud speichern – selbst wenn der Anbieter „DSGVO-konform“ verspricht. Ein lokaler Server mit verschlüsselter Festplatte ist hier die einzige Option.
- Sie haben eine stabile IT-Infrastruktur: Wenn Ihr Büro ohnehin klimatisiert ist und Sie einen Techniker im Haus haben, ist ein lokaler Server kein Problem. Die Wartung kostet dann keine 1.200 Euro im Jahr, sondern vielleicht 500 Euro.
Lokal lohnt sich, wenn Sie keine Überraschungen wollen – und bereit sind, für die Wartung zu zahlen.
Wann die Cloud die bessere Wahl ist
Aber es gibt auch Fälle, in denen die Cloud die klare Lösung ist:
- Sie wachsen schnell: Ein Startup in Kreuzberg hat mir vor zwei Jahren gesagt: „Wir verdoppeln unser Team jedes Jahr.“ Ein lokaler Server wäre nach 12 Monaten zu klein gewesen. Die Cloud skaliert mit – ohne neue Hardware kaufen zu müssen.
- Sie haben keine IT-Ressourcen: Ein Handwerksbetrieb in Spandau hat keinen Techniker. Wenn der Server ausfällt, steht die Arbeit still. In der Cloud übernimmt der Anbieter die Wartung – und haftet für Ausfälle.
- Sie brauchen weltweiten Zugriff: Eine Berliner Event-Agentur arbeitet mit Teams in München, Hamburg und Wien. Ein lokaler Server wäre ein Albtraum. Die Cloud macht die Zusammenarbeit einfach – und sicher.
Die Cloud ist kein Allheilmittel. Aber sie ist die richtige Wahl, wenn Sie Flexibilität brauchen – und bereit sind, dafür zu zahlen.
So entscheiden Sie richtig – ohne Bauchgefühl
Die meisten KMU entscheiden aus dem Bauch heraus. Das ist falsch. So gehen Sie vor:
- Rechnen Sie die Kosten für 5 Jahre durch: Nicht nur Anschaffung vs. monatliche Miete. Sondern auch Wartung, Strom, Ausfallrisiko, Migration.
- Prüfen Sie die Verträge: Cloud-Anbieter haften nicht automatisch für Ausfälle. Lesen Sie das Kleingedruckte. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie es von einem Profi prüfen – das kostet 200 Euro, spart aber 10.000 Euro.
- Testen Sie die Performance: Ein lokaler Server ist schneller – aber nur, wenn er richtig konfiguriert ist. Ein Cloud-Server ist langsamer, aber zuverlässiger. Testen Sie beide Varianten mit Ihrer Software.
- Planen Sie den Notfall: Was passiert, wenn der lokale Server ausfällt? Was passiert, wenn der Cloud-Anbieter die Preise verdoppelt? Schreiben Sie einen Plan – bevor es passiert.
Die Entscheidung ist keine Glaubensfrage. Sie ist eine Rechenaufgabe. Und die können Sie lösen – wenn Sie die richtigen Zahlen kennen.
Wenn Sie unsicher sind, rufen Sie an. Ich helfe Ihnen, die Rechnung aufzustellen – ohne Verkaufsgespräch, ohne Bullshit. 030 / 123456. Oder schreiben Sie eine Mail: kontakt@manthey-edv.de. Aber entscheiden Sie nicht aus dem Bauch heraus. Sonst kostet es Sie tausende Euro.
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