Homeoffice sicher einrichten: VPN, MFA und die richtigen Tools
Seit der Corona-Pandemie ist Homeoffice für viele Berliner Unternehmen zur Normalität geworden. Doch was betrieblich funktioniert, birgt IT-sicherheitstechnisch erhebliche Risiken. Mitarbeiter, die von zuhause auf Firmendaten zugreifen, vergrößern die Angriffsoberfläche erheblich — wenn die richtige Absicherung fehlt.
Das größte Risiko: Der unsichere Heimrouter
Der Heimrouter Ihrer Mitarbeiter ist selten so gut abgesichert wie die Unternehmens-Firewall. Veraltete Firmware, Standard-Passwörter, fehlende Verschlüsselung — Angreifer nutzen diese Schwachstellen aktiv. Die Lösung: ein VPN (Virtual Private Network), das den gesamten Datenverkehr zwischen dem Heimarbeitsplatz und dem Firmennetz verschlüsselt und über einen sicheren Tunnel leitet. Kein Angreifer kann den Datenverkehr mitlesen, selbst wenn er im gleichen WLAN sitzt.
Für Berliner KMU gibt es verschiedene VPN-Lösungen:
- WireGuard: Modernes, schlankes VPN-Protokoll, das auf dem eigenen Server oder einer Firewall wie OPNsense betrieben wird. Sehr schnell, sehr sicher.
- OpenVPN: Bewährt und weit verbreitet, etwas komplexer in der Einrichtung, aber sehr flexibel.
- Microsoft Always-On VPN: Für Unternehmen im Microsoft-365-Ökosystem eine saubere Lösung, die sich nahtlos in Windows 10/11 integriert.
- Sophos/Fortinet-Firewall mit VPN: Für Unternehmen mit höheren Sicherheitsanforderungen bieten Hardware-Firewalls integrierte VPN-Funktionalität.
Zwei-Faktor-Authentifizierung (MFA) als zweite Sicherheitsebene
Selbst das beste VPN hilft nicht, wenn ein Mitarbeiter-Passwort gestohlen wird. Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) stellt sicher, dass ein gestohlenes Passwort allein nicht ausreicht: Zusätzlich wird ein zeitbasierter Code aus einer Authenticator-App (z. B. Microsoft Authenticator) oder per SMS benötigt. MFA sollte verpflichtend sein für: VPN-Zugang, Microsoft 365 / E-Mail, Remote Desktop (RDP), alle Admin-Konten. Die Einrichtung dauert wenige Minuten pro Mitarbeiter und reduziert das Risiko von Kontoübernahmen um über 99 %.
Weitere Sicherheitsmaßnahmen für das Homeoffice
Neben VPN und MFA sollten Berliner Unternehmen folgende Punkte beachten: Firmen-Laptops sollten mit BitLocker verschlüsselt sein — bei Verlust oder Diebstahl bleiben die Daten geschützt. Privater und beruflicher Rechner sollten strikt getrennt sein. Ein Mobile Device Management (MDM) wie Microsoft Intune ermöglicht es, Firmengeräte bei Verlust aus der Ferne zu sperren oder zu löschen. Und: Klare Richtlinien für Mitarbeiter — schriftlich fixiert und regelmäßig kommuniziert — sind genauso wichtig wie technische Maßnahmen.
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