Cyber-Versicherung: Was die Police wirklich abdeckt — und was nicht
Cyber-Versicherungen boomen — kein Wunder angesichts steigender Ransomware-Angriffe und wachsender DSGVO-Bußgelder. Doch viele Berliner Unternehmer kaufen eine Police, ohne genau zu verstehen, was sie abdeckt. Und stellen im Schadenfall fest: Der Versicherungsschutz greift nicht so, wie erwartet.
Was eine Cyber-Versicherung typischerweise abdeckt
Eine gute Cyber-Police schützt vor den finanziellen Folgen eines Cyberangriffs in mehreren Bereichen:
- Eigenschaden: Kosten für IT-Forensik (Ermittlung des Angriffs), Datenwiederherstellung, Systemwiederherstellung, Betriebsunterbrechungsschäden während des Ausfalls.
- Drittschaden: Schadensersatzansprüche von Kunden oder Geschäftspartnern, deren Daten durch den Angriff kompromittiert wurden.
- DSGVO-Bußgelder: Manche Policen übernehmen (teilweise) Bußgelder der Datenschutzbehörden — aber nicht alle, und nicht unbegrenzt.
- Krisenmanagement: Kosten für PR-Beratung, Kommunikation mit Kunden nach einem Datenleck.
- Erpressungsgelder: Manche Policen übernehmen Lösegeldzahlungen bei Ransomware — aber das ist umstritten und fördert das Geschäftsmodell der Kriminellen.
Was Cyber-Versicherungen nicht abdecken
Die Ausschlüsse sind oft der wichtigere Teil der Police:
- Fahrlässigkeit: Viele Versicherer leisten nicht, wenn grundlegende Sicherheitsmaßnahmen fehlten — kein Virenschutz, keine aktuellen Updates, kein Backup. Die Police setzt voraus, dass ein Mindeststandard eingehalten wird.
- Krieg und staatliche Angriffe: Angriffe, die staatlichen Akteuren zugeschrieben werden, sind oft ausgeschlossen. Nach dem NotPetya-Angriff 2017 stritten Versicherer jahrelang, ob es sich um einen Kriegsakt handelte.
- Bekannte Schwachstellen: Wenn eine Schwachstelle seit Monaten öffentlich bekannt war und kein Patch eingespielt wurde, kann die Versicherung die Leistung verweigern.
- Innentäter: Sabotage durch Mitarbeiter ist oft ausgeschlossen oder nur begrenzt abgedeckt.
Cyber-Versicherung als Ergänzung, nicht als Ersatz
Eine Cyber-Versicherung ist sinnvoll — aber sie ersetzt keine solide IT-Sicherheitsstrategie. Versicherer prüfen vor Vertragsabschluss und im Schadenfall genau, ob Sicherheitsstandards eingehalten wurden. Unternehmen, die in IT-Sicherheit investieren, zahlen auch niedrigere Prämien. Typische Jahresprämien für Berliner KMU liegen bei 500–3.000 € je nach Größe, Branche und Versicherungssumme. Ein guter IT-Dienstleister kann Ihnen helfen, die Voraussetzungen für eine vernünftige Police zu schaffen.
Sie haben Fragen zu Ihrer IT-Infrastruktur? Kontaktieren Sie uns — wir beraten Sie kostenlos und unverbindlich in Berlin.
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