Microsoft Teams im Unternehmen: Datenschutz und DSGVO-Konformität

Microsoft Teams hat sich als Kommunikationsplattform für Unternehmen etabliert — und ist in vielen Berliner Büros tägliches Arbeitsmittel. Doch immer wieder stellen Geschäftsführer und Datenschutzbeauftragte die gleiche Frage: Ist Teams überhaupt DSGVO-konform? Die Antwort ist differenzierter als ein einfaches Ja oder Nein.

Was Teams über Ihre Mitarbeiter sammelt

Microsoft Teams erfasst umfangreiche Nutzungsdaten: Wer kommuniziert mit wem, wann, wie häufig. Anwesenheitsstatus, Meeting-Teilnahmen, Reaktionszeiten auf Nachrichten, geteilte Dateien. Im Rahmen von Microsoft Viva Insights (früher Workplace Analytics) können diese Daten zu detaillierten Produktivitätsanalysen ausgewertet werden. Das ist aus Arbeitnehmerschutz- und Datenschutzsicht heikel — der Betriebsrat muss einbezogen werden.

Datenverarbeitungstechnisch stellt Microsoft seit 2023 für europäische Kunden sicher, dass Teams-Daten innerhalb der EU verarbeitet und gespeichert werden (EU Data Boundary). Ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) mit Microsoft ist über die Microsoft-365-Nutzungsbedingungen automatisch enthalten.

Was Berliner Unternehmen konkret beachten müssen

  • Datenschutzinformation aktualisieren: Mitarbeiter und — wenn relevant — externe Kommunikationspartner müssen über die Datenverarbeitung in Teams informiert werden.
  • Betriebsvereinbarung prüfen: Die Nutzung von Teams und insbesondere von Analyse-Funktionen muss mit dem Betriebsrat abgestimmt sein.
  • Aufnahmen und Transkriptionen: Das Aufzeichnen von Meetings erfordert die informierte Einwilligung aller Teilnehmer. Automatische Transkriptionen müssen in den Teams-Einstellungen bewusst aktiviert und kommuniziert werden.
  • Gastzugang kontrollieren: Externe Gäste in Teams können auf freigegebene Dateien zugreifen — prüfen Sie regelmäßig, wer Zugang hat.
  • Diagnose- und Telemetriedaten reduzieren: In den Teams-Administrationseinstellungen können Diagnosedaten auf das Minimum reduziert werden.

Alternativen für besonders datenschutzsensible Bereiche

Für Berliner Praxen, Kanzleien oder Unternehmen, die mit besonders sensiblen Daten arbeiten, gibt es datenschutzfreundlichere Alternativen: Jitsi Meet auf einem selbst gehosteten Server, Wire for Business (Schweizer Server) oder Matrix/Element (selbst gehostet). Diese Lösungen bieten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und maximale Datenkontrolle, erfordern aber mehr technischen Aufwand in der Einrichtung. Die richtige Entscheidung hängt vom Risikoprofil und den Ressourcen Ihres Unternehmens ab.

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